Stadtwind

Stadtwind

Let the wind
Blow through your heart
For wild is the wind

(Nina Simone, Wild Is The Wind)

Doppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) Lomoherz

 

Manchmal ist es schon ein wenig verrückt. Da plant man einen Ghosthoot minutiös, en detail, verbringt die meiste Zeit des Shoots mit der Inszenierung. Und am Ende sind die fertigen Bilder so zäh wie Haferkleie. In Ghostshots muss ich mich wirklich noch üben. Oder endlich die richtige Kamera dafür finden. Zeige ich euch beim nächsten Mal.

Am Ende überrascht ein anderer Teil des Photoshoots viel mehr. Der, in dem ich meine Models zuerst vor eine blitzweiße Wand stellte, sie ablichtete und zum Schluss noch einmal Wald und Stadt über sie legte. Und der gefühlt nur 20 Minuten dauerte. Klassische Doppelbelichtungen.

Nicolai machte den Anfang mit seinen Wild Bones, jetzt ist Julia an der Reihe. Nachdem ich 20 mal die Bäume im Stadtpark abgelichtet hatte, wurde es mir langweilig. Also radelte ich zurück in die Altstadt und legte nicht nur Wildwuchs sondern auch ein bisschen Architektur über Julias Portraits. Die Sonne schien zwar kräftig von links, aber der Wind ließ sich nicht lumpen. Und so flogen im ersten Take ein paar unbändige Strähnen hin und her während ich immer wieder auf den Auslöser drückte. Ganz wunderbar. Sie geben den Bildern viel mehr Dynamik und dem Blogpost seinen Namen.

Meine Lieblingsbilder sind jeweils die Aufnahme über und unter dem Text. Ich mag sehr, wie im oberen Bild die Weidenäste zur Haarverlängerung werden, Julias Geste und wie sich ihr Ärmel in eine knorrige Rinde verwandelt. Das untere Bild ist dagegen mal ein anderer Ansatz zur alten Streetphotography. Und wie Julias Profil von Fensterscheibe und Sprossen umrahmt wird ist der Traum aller Zufälle – wenn man Doppelbelichtungen nicht allein schon des Zufalls wegen lieben muss…

Die einzige Vorgabe, die meine Models von mir bekamen, war dunkle Klamotten zu tragen. Und in den Bildern kann man sehr schön sehen, warum :)
Ich hatte mir zwar notiert, welches Model welchen Filmabschnitt belegt, bevor ich den Film ein zweites Mal belichtete, aber das war’s auch schon. Ich hätte beim besten Willen nicht mehr gewusst, wie auf welchem Bild gemodelt wurde und das war auch gar nicht meine Absicht. Technik und Kontrolle und Wissen sind schön und gut. Aber manchmal muss man der analogen Fotografie auch einfach vertrauen können. Ein bisschen wild sein ;)

Apropos Wild Is The Wind: David Bowie’s Coverversion ist auch sehr schön (und sehr anders).

 

Doppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) LomoherzDoppelbelichtung Model Stadt Stralsund (c) Lomoherz

 

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Alle Bilder wurden in Stralsund mit einer analogen Film-Kamera aufgenommen. Kein Photoshop (bis auf das Titelbild), keine Filter oder sonstiges.
Einfach pure Film-Fotografie in schwarz-weiß.

Model: Julia

Kamera: Sears KSX

FilmKodak TMAX 100

Entwicklung & Scan: Mein Film Lab 

Alle Bilder werden in geringer Auflösung gezeigt. 

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
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