Leaves and Bones

Leaves and Bones

How did, how did you not know?
I have, I have wild bones

How did, how did you not see?
I have wildness in me.

(David Ramirez, Wild Bones)

Portrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) Lomoherz

 

Meet Nicolai – mein erstes und bisher einziges männliches Fotomodell in meiner Agentur für unvergleichliche Lomo-Models.

Meiner (unser?) erster richtiger Shoot, aber ohne große Ansage. Erstmal schauen, erstmal probieren. Der einzige Plan: Doppelbelichtungen sollen es werden. In schwarz-weiß. Mit Bäumen.

So lockte ich meine drei Models im Winter vor die gefühlt einzige weiße Wand der Hansestadt. Auf die die Sonne von links schien. Portraits zuerst. Nico ist ein wenig zu groß für dieses Bruchstück von Wand, ducken kommt nicht so gut. Hock dich mal hin, Großer, ich hab hier noch so nen alten Campinghocker. Aus dem Haus hinter der Wand schauen uns Kinder in Pyjamas zu, aber gleich sehe ich sowieso nichts mehr, merke nur noch, wie sich das kalte Metallgehäuse meiner Kamera an meine Wange presst.

Es gibt einen Film für alle, jeder bekommt 10 Schuss. Am Ende stehen sie alle drei vor der Wand und sehen super professionell aus.
Nach der Entwicklung: Mir gefallen die Doppelaufnahmen von Nicolai und dass alle drei Shoots so unterschiedlich geworden sind, trotz derselben Herangehensweise. Mein Lieblingsbild ist gleich das nächste Bild. Es betont die großartige Unplanbarkeit von analogen Doppelbelichtungen und feiert den nie endenden Überraschungseffekt: Durch den Lichteinfall wirkt das Geäst auf den ersten Blick wie ein abstrakter linker Lungenflügel oder wie ein Teil des Skeletts. Genau an der richtigen Stelle. Mit etwas Fantasie kann man sogar noch ein bisschen mehr Anatomie hineininterpretieren.
Das Bild ist nicht das einzige, auf denen Baumstämme und knorrige Äste wie Knochen in der doppelten Fläche wirken. Auf anderen Bildern übernehmen Blätter die Konturen, was schließlich zum Titel führt und mich an ein Lied erinnert. Und alles, was man dafür braucht ist eine weiße Wand, ein bisschen Natur, einen Film, eine Kamera und Menschen, die sich gerne Löcher in ihre Lungen lomografieren lassen.

Portrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) LomoherzPortrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) LomoherzPortrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) LomoherzPortrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) LomoherzPortrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) LomoherzPortrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) Lomoherz

Das ist übrigens ein Bild, das ich auch gerne als Einzelbelichtung aufgenommen hätte… Liebe Hersteller von Premium-Uhren o.ä. – wir stehen Ihnen gerne für Ihren nächsten Fotoshoot zur Verfügung. ;)

 

Portrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) LomoherzPortrait Nicolai Doppelbelichtung jüdischer Friedhof Stralsund (c) Lomoherz

 

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Alle Bilder wurden in Stralsund mit einer analogen Film-Kamera aufgenommen. Kein Photoshop (bis auf das Titelbild), keine Filter oder sonstiges.
Einfach pure Film-Fotografie in schwarz-weiß.

Model: Nicolai

Kamera: Sears KSX

FilmKodak TMAX 100

Entwicklung & Scan: Mein Film Lab 

Alle Bilder werden in geringer Auflösung gezeigt. 

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
Schön, dass Du da bist!
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1Comment
  • Stadtwind - Lomoherz
    Posted at 07:13h, 10 April Antworten

    […] Nicolai machte den Anfang mit seinen Wild Bones, jetzt ist Julia an der Reihe. Nachdem ich 20 mal die Bäume im Stadtpark abgelichtet hatte, wurde es mir langweilig. Also radelte ich zurück in die Altstadt und legte nicht nur Wildwuchs sondern auch ein bisschen Architektur über Julias Portraits. Die Sonne schien zwar kräftig von links, aber der Wind ließ sich nicht lumpen. Und so flogen im ersten Take ein paar unbändige Strähnen hin und her während ich immer wieder auf den Auslöser drückte. Ganz wunderbar. Sie geben den Bildern viel mehr Dynamik und dem Blogpost seinen Namen. […]

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