Analog verreisen #4: Festival Kit

Analog verreisen #4: Festival Kit

Festival-Zeit, Festival-Zeit!

Wart ihr diesen Sommer schon los? Habt ihr euch auf den Festivals im Norden, Süden oder in den verstecktesten Ecken dieses Kontinents ausgetanzt und euch den Staub von den Zähnen geleckt? Habt ihr Konfetti über eure Festival-Genossen geworfen und den ganzen Tag neue Lieblingslieder entdeckt?
Bei mir ist es demnächst soweit (endlich!) und ich habe schon mal den berüchtigten Lomoherz-Koffer randvoll mit Filmen und Kameras gepackt. Klamotten und Waschtasche? Nebensache. Packe ich vielleicht ’ne Stunde vor Abfahrt. Hauptsache die Gummistiefel passen noch.

Unser Stamm-Festival, auf das mich Pustefix zum ersten Mal vor 10 Jahren mitgenommen hat, hat schon die Lampen an. Und das beste: Dieses Jahr sind wir nach langer Zeit endlich wieder komplett, die ganze Apfelbande. Ich sag‘ euch, das wird eine krawallige Festival-Reunion-Fete. (Mit dem Unterschied, dass wir früher in die Koje fallen werden?).

Falls euer Festival noch bevorsteht oder ihr dieses Jahr euren Einzug auf die Festivalwiesen dieser Welt feiert und noch nicht so recht wisst, was ihr mitnehmen sollt – allem voran welche Kamera(s) und Film(e) sich zwischen Musik, Schlamm und Bier-Pong am besten machen – hier seid ihr richtig. Willkommen zum (analogen) Festival-Guide!

Kameras, Filme + Accessoires
Analog Verreisen Festival Kit (c) Lomoherz

1 – Welche Kamera eignet sich am besten für ein Festival? Am liebsten würde ich einen voll-mechanischen Klassiker wie meine Praktica MTL 50 oder Canon AE-1 Program mitnehmen. Sieht man auch ab und zu bei den Festivalgängern durchblitzen und mit einer schönen Brennweite kommt man ordentlich nah an die Künstler ran. Meistens nehme ich aber eine Point + Shoot Kamera wie die LC-A+ mit, weil: man muss nicht fokussieren und bekommt perfekte Schnappschüsse ab. Das Gewicht ist ideal und man kann spielend leicht Doppelbelichtungen aufnehmen. Warum die LC-A+ statt LC-A? Weil man bei ersteren die ISO-Zahl ordentlich hochschrauben kann.

2Getränkehalter für Tetrapacks und Plastikflaschen – kann man sich alternativ und klassischerweise auch aus Duct-Tape basteln. Manchmal werden sie auf dem Gelände auch als gebrandete Give-Aways verteilt.

3 – Mit Earplugs war ich ehrlich gesagt noch nie auf einem Festival. Nach einem Hörsturz vor 1 ½ Jahren überlege ich aber, sie dieses Mal mit zunehmen. Wenn ihr empfindliche Ohren habt oder es da drin ab und zu mal piept, solltet ihr sie unbedingt mit Ohrstöpseln dieser Art entlasten. Je besser die Qualität, desto besser das Musikerlebnis trotz gestopfter Ohren. Und Gespräche soll man damit auch noch verstehen können.

4 – Diese Trinkflasche kann man falten, knicken, werfen und mit einem Karabiner am Rucksack oder am Gürtel befestigen. Gibt es in vielen bunten Ausführungen.

5 – Ich bin gespannt, ob Blumenkränze immer noch so sehr in Festival-Mode sind wie die letzten Jahre. Die schönsten sind natürlich aus echten Blumen geflochten und werden bunt und üppig auf dem Haupt getragen. Sieht immer toll aus und ist ein schönes Fotomotiv. Wenn ihr etwas länger davon haben wollt – es gibt sie auch aus Kunstblumen in vielen Variationen und Farben.

6 Kein Scherz – dieses Teil nehme ich dieses Jahr mit aufs Festival ;)  In meinem Alter darf man so etwas. Außerdem sind die Sitzplätze auf Festivals oft spärlich gesät und zwischen Musikacts immer voll. Oder es regnet, und man mag sich nicht mitten in die Modder setzen. Mein Luftsofa ist übrigens ganz schwarz und ohne Kissen. Ich habe es noch nicht ausprobiert (aus Angst, ich bekomme es nicht mehr zurück in den kleinen Tragebeutel gestopft), aber man soll es ganz leicht mit Luft füllen können, indem man ein paar Mal mit diesem Sack (= Luftsofa in erschlafftem Zustand) hin- und herwedelt. Ich werde es testen.

7 – Ein Klassiker und immer noch funkelnd: Konfetti. Alternativ lässt sich auch gut eine Konfetti-Pistole abfeuern. Ist aber eher kurzweilig.

8 – Kommen wir zum eigentlichen Thema: Ich habe in den vergangenen Jahren schon einige Filme und Kameras auf Festivals ausprobiert – von X-Pro bis zur 360° Spinner. Aber das Hauptproblem war immer das Licht, sodass ich mit Filmen mit 100-400 ISO nie lange durchhielt. Mein Appletree Garden Festival findet zum Beispiel auf einer Lichtung unter Bäumen statt, sodass ich sogar schon nachmittags teilweise auf Langzeitbelichtung umsteigen musste. Dieses Jahr wollte ich endlich Filme mitnehmen, die absolut lichtempfindlich sind, also alles ab ISO 1600. Ausgeguckt hatte ich mir den Fuji Superia 1600 und ihn schon vorsorglich in den Warenkorb gelegt, als Fuji verkündete, dass sie genau diesen Film – einer der letzten guten Farbfilme mit dieser ISO – einstellen werden. Und schon schnellten die Preise ins Unermessliche. Auf Ilford Delta 3200 habe ich keine Lust, weil ich bereits letztes Jahr in schwarzweiß unterwegs war und dieses Jahr unbedingt wieder etwas Festival-Farbe einfangen will. Eine Alternative musste her. Mitnehmen werde ich nun den Fuji Superia 400, den es relativ günstig im Dreierpack gibt. Belichten werde ich ihn allerdings nicht auf ISO 400, sondern auf ISO 1600 und ihn in der Entwicklung 2 Stufen pushen lassen (+2). Das Korn wird damit zwar grober und die Schatten sind tot, aber das kann ja auch seinen Charme haben. Ich bin gespannt ;)
(Anm.: Mit der Push-Entwicklung geht ihr auch immer ein gewisses Risiko ein. Die Bilder werden nie so, wie sie mit einem Film mit Original-ISO geworden wären. Es können auch Farbverschiebungen auftauchen.)

9 – Kein Festival ohne Pustefix Seifenblasen!

10 – Als Alternative zur Rollfilm- kann ich mir gut eine Sofortbildkamera vorstellen, zum Beispiel die Lomo’Instant Panama. Allerdings bräuchte man auch ein praktisches Fach im Rucksack oder ähnliches zum Verstauen der Fotos…

11 – Poncho + Gummistiefel – die Regenvariante sollte auf keinem Festival fehlen, denn irgendwann regnet es immer…

12 – Gibt es einen passenderen Festival Gym Sac als diesen? Aus dem Weg, ich muss tanzen! Besser kann man es nicht formulieren :)

13 – Es muss nicht immer nur ein weißer Rahmen sein. Passend zur Sofortbildkamera Panama (und jeder anderen Instax Mini Kamera) gibt es Instax Mini Filme im Konfetti-Design Candy Pop.

Ich hätte noch so viele tolle Dinge in diesen Styleguide packen können, aber gerade zu Festivals sollte man ja auch nicht zu viel mitnehmen. :) Dafür gibt es vielleicht in Zukunft noch mal einen ähnlichen Beitrag zu einem anderen Thema….

Aber was mich viel mehr interessieren würde: Was darf auf eurem Festival auf keinen Fall fehlen? Wüsstet ihr genau, welche Kamera- und Filmkombi ihr einpacken würdet?

Dies ist kein gesponserter Post. Allerdings habe ich in diesem Artikel einige Affiliate-Links platziert. Diese Links führen euch zu Amazon. Wenn ihr dort das Produkt kauft, bekomme ich eine kleine Provision. Ich habe für diesen Styleguide recherchiert, wo man welche Produkte am besten erwerben kann. Vielleicht habt ihr es mit dieser Vorauswahl ein bisschen einfacher.

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
Schön, dass Du da bist!
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1Comment
  • Martina
    Posted at 07:53h, 07 August Antworten

    Bei dir geht es etwas farbenfroher zu, als auf meinen üblichen Festivals ;) Ich hatte vor kurzem eine Konica Big Mini eingepackt und nur 4 Bilder oder so gemacht. Scheinbar hatte ich so gar keine Lust! ;)
    Hab einen tollen (Festival)sommer!

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Mit der Kiev 60 TTL kann man nicht mehr hinter…
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