Musik unterm Apfelbaum

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Musik unterm Apfelbaum

Gebt mir ein A!

Gebt mir zwei P!

Gebt mir ein LeTree!

 

Ach, wie ich dieses Festival liebe! Und dieses Jahr war es endlich wieder so weit: Conny auf dem Appletree Garden Festival. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten, liebsten Freunden und einem Apfelbäckchen in spe.

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Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden.
Dieses Jahr würde es wohl kein Apfelfest für uns geben. Das dachte ich bis weit in dieses Jahr hinein. Und dann schossen AnnenMayKantereit alle Vorsichtsmaßnahmen und Eventuells in den Wind und wir kamen doch!

Es fühlte sich ein klein bisschen wie eine Nacht- und Nebel-Aktion an. Leider bin ich nicht cool genug gewesen, um diesen Stil durchzuziehen und mit einer Räuberleiter über die Festivalmauern zu klettern. Eigentlich war es genau umgekehrt…

Aber zurück zu AnnenMayKantereit: 2014 waren sie auf dem Appletree noch der Nachmittagsact und zogen dort schon die ersten verschlafenen Nasen magisch an. Dieses Jahr waren sie die letzte Band am Freitag.
Und wie groß sie geworden sind, die Jungs! Von einem riesigen Publikum umringt, von einigen mit einem verwunderten Kopfschütteln bedacht (wie kommt so eine Stimme aus so einem spargeltarzanischen Körper?) und bis zum letzten Stimmbandzittern gefeiert.
Und wenn Henning, mit den Händen auf dem Rücken, sagt, dass das Appletree Garden eins seiner liebsten Festivals ist, dann glauben wir ihm das. Schon allein deshalb, weil er so oft das Festival-Shirt zur Schau trägt (wie z.B. hier beim genialen Cover von Roxanne zusammen mit Milky Chance. Achtet mal drauf;)

Meine Entdeckungen auf diesem Appletree neben Musik, Musik, Musik: Der Campingplatz als Festival-Vorort, komplett mit Minigartenzäunchen, Blumenbeete, Briefkästen und Klingel, die vielen analogen Köppe, das vegane Sorbet-Eis und die Anjola Brause.

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Als wir über das Festival-Gelände schlendern, freuen wir uns über die aufgestockten Sitzgelegenheiten (hey, wir sind nicht mehr die Jüngsten!), über das Wetter in diesem Jahr, den lustigen Pommes-Mann und den Bilderrahmen in Apfelform, hinter den man so schön posieren kann. Aber, hey, gab es das Schminkzelt und die bemalbaren Zaunwände schon beim letzten Mal? Ich weiß es gar nicht.

Es tropft nur ein paar Mal vom Himmel, was wir ob der alten Bäume am Rande der Lichtung aber kaum bemerken. Nichts im Vergleich zur Schlammschlacht vor 2 Jahren.
Wenn überhaupt sieht alles noch ein klein wenig romantischer aus – in diesem Lichterdampf, mit den Regenschirmen, die in den Baumkronen hängen und den heimlichen Küssen unter den Kapuzen.

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Und die Musik?

Faber habe ich leider verpasst. Ich wollte ihn doch fragen, was Tausenfrankenlang eigentlich bedeutet. Von Roosevelt der in diesem Jahr so gehyped wurde, hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet, dafür gingen We are the City gut ab. Entspannt und zärtlich dagegen Lilly Among Clouds aus Würzburg und Me and My Drummer aus Berlin.

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi gefielen mir beim Reinhören in die Playlist erst nicht sonderlich, aber ich mag auch Kraftclub nicht. Als sie auf der Bühne standen musste ich allerdings zweimal hinschauen, denn einer der Sänger ist der Schauspieler Robert Gwisdek! Für die Tatort-Generation: Das ist der Sohn von Corinna Harfouch und Michael Gwisdek.
Die Bühnenshow vom Käptn und seinen Tentakeln war originell und vor brennendem Publikum kamen auch ihre Songs viel besser.

Der dänische Musiker Alex Vargas klang tief melancholisch und stark und begegnet mir seitdem ständig. In Playlists, im Fernsehen und zuletzt bei den Mahogany Sessions (anhören!).

Aus Sophie Hunger werde ich nach wie vor nicht schlau und ich habe ständig die beiden Lockenköpfe Georgia und Sara Hartman verwechselt. Die Musik von Sara gefällt mir aber besser.

Auf der Kleinkunstbühne gab es Vorlesungen, Artistisches und Amüsantes. Mit altem Ohrensessel und Amphietheaterflair.

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Aber eines hatten wir immer noch nicht herausgefunden. Wer wird eigentlich der Secret Act in diesem Jahr?
Witzigerweise war es unsere Blase, die uns zur Auflösung verhalf. Obwohl, genau genommen, verschlimmerte sie die Aufregung nur noch. Als wir nämlich zum Toilettenhaus hinter die Bühne watschelten, standen auf einmal zwei riesige schwarze Busse mit getönten Scheiben vor uns. Kennzeichen Österreich. Eindeutig Tourbusse. Es dauerte ein bisschen, bis es bei uns Klick machte und uns bewusst wurde, dass das der Secret Act sein musste.

Beim Appletree ist es schon öfter vorgekommen, dass sie Bands, die im vergangenen Jahr ein Knaller waren, später als Secret Act wieder auf die Bühne gebracht haben. Uhhh! Und wer war im letzten Jahr der absolute Überraschungsknüller? Wanda! Und wo kommen Wanda her? Österreich!
Grinsebreit steigerten wir uns gegenseitig in die Vorstellung hinein, an diesem Abend noch Wanda zu feiern und konnten unser Glück kaum fassen.
Bis ein Justin Bieber Verschnitt aus dem Tourbus trat, der definitiv nicht zur Band Wanda gehörte. Ein Techniker? Der kleine Bruder vom Bassisten, der die Triangel hält? Aber unser Gefühl täuschte nicht. Nach und nach staksten die Jungs von Bilderbuch auf dem Gelände herum. Die ebenfalls aus Österreich kommen. Ach schade. Aber der Moment war trotzdem gut :D

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Was vom Appletree Garden Festival 2016 bleibt ist die apfelgrüne Schallplatte in der Endlosschleife, die Vorfreude auf das nächste Festival  und … das Konfetti im Haar.

Ich bin jedes Mal fasziniert, wie sich dieses schnuckelige Festival an der Lohne ständig weiterentwickelt. Ich wünschte, ich hätte ein paar handfeste Bilder von meinem ersten Appletree, die ich euch zeigen könnte. Als es noch Feuerartisten, aber keine Waldbühne gab, als gefühlt 50 Leute vor der Bühne standen, während sich der Rest zu einem gemütlichen Picknick auf der Wiese einrichtete. Das Kombiticket kostete seinerzeit 15€.
Ich weiß das zufällig so genau, weil meine damalige Mitbewohnerin und ich ein Plakat von einer Straßenlaterne stibitzt haben. Für Dekozwecke zuhause in Flensburg. Inzwischen hängt es in meiner Küche, das „Appletree Garden Festival 2008“ mit den Kilians und Werle & Stankowski. Im nächsten Jahr war dann schon Olli Schulz dabei.

2011 war das Appletree ein absolutes Highlight, denn es endete mit genau 2 Männern: Johnossi, von denen wir uns wünschten, dass sie niemals aufhören würden zu spielen, egal wie sehr uns die Füße brannten, egal wie sehr wir schwitzten (oder der Rücken schmerzte), egal wie nötig wir pinkeln mussten.

Ein Jahr später ist mir dann das erste Mal die Veränderung im Publikum aufgefallen: das Appletree war nicht länger nur ein Geheimtipp, nicht länger „nur“ das lauschige Festival unter lampionverhangenen Bäumen, auf dem man sich kaum traute, die Kronkorken auf die Lichtung fallen zu lassen.

Seitdem wird das Appletree Garden in einem Atemzug mit den großen deutschen Festivals genannt, was mich unheimlich für die engagierten Veranstalter, vor allem für die der ersten Stunde freut. Mehr als 4.000 Leute lassen sie trotzdem nicht rein und das finde ich gut.

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Appletree Garden 2016 / Rückblick from appletree garden on Vimeo.

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Alle Bilder wurden mit einer analogen Lomokamera aufgenommen. Kein Photoshop (bis auf das Titelbild), keine Filter oder sonstiges.
Einfach pure Film-Fotografie (unter extrem schwierigen Lichtverhältnissen;)

Kamera: LC-Wide

Film: Ilford hp5 400 (frisch, +1 Push)

Entwicklung: Mein Film Lab

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
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