Kalenner Deern: April

Li Portrai April (c) Lomoherz

Kalenner Deern: April

Li Portrai April (c) Lomoherz

 

Das war er, der April. Immer noch ein Monat mit Gegensatz-Quote, Wetter und Ostern mit eingeschlossen. Jesus Kreuzigung und Auferstehung während des Passahfests stehen knapp 2000 Jahre später für backenschmerzendes Auspusten von Hühnereiern und einer Schnitzeljagd nach gefüllten Ostereiern („Oh! Ein E-Board!!“). Und wehe es regnet.
In diesem Sinne – warum gibt es zu Pfingsten eigentlich keine Geschenke? Die Frühstück bei Stefanie Crew hatte sich mal Gedanken darüber gemacht und würde einen Pfingstochsen mit Geschenke-Karren (wahlweise auch gefüllt mit Holzfällersteaks) ins Rennen schicken…leider finde ich die ganze Podcast Folge nicht mehr.

Eine Freundin aus der Hochschule, die zuletzt für meine Seal Wife Bilder vor der Kamera stand, gab mir den Tipp zu diesem tollen Lost Place beinahe mitten in der Stadt. (Mein erster richtiger Lost Place, wie aufregend!) Zu viert stürzten wir uns in das Abenteuer und als wir ankamen, rieselte das Licht durch die zerschundene Decke. Eine ganz tolle Atmosphäre mit einem abruptem Ende – alle Bilder dieses verlorenen Ortes gibt es demnächst im Blog!

 

Li Portrai April (c) Lomoherz

 

Wo genau der Begriff April herkommt, lässt sich gar nicht so genau erzählen. Folgt man der Reihe der Götternamen könnte er von Aphrodite abstammen, wobei dies die griechische Bezeichnung ist und die Göttermonate i.d.R. römisch benannt wurden. Folgt man dem Verlauf der Natur könnte man auf die Begriffe aperire (‚öffnen‘) und apricus (’sonnig‘) kommen. Apropos römische Namen: Einige Kalendermonate wurden nach römischen Kaisern benannt, wie z.B. Juli und August. Aber nicht immer setzte sich diese Freizügigkeit der Kaiser durch. So hieß der April zeitweise Neroneus und Pius. Nach dem Ableben der Kaiser wurde er dann wieder in April umbenannt. Klingt auch ein bisschen nach abwarten (bzw. aussitzen) und Tee trinken.
Luzifer soll übrigens am 1. April aus dem Himmel verstoßen worden sein. Oder war das ein Aprilscherz?

April ist auch der einzige Monat für den ich keine besondere Übersetzung ins Friesische oder norddeutsche Platt gefunden habe, typisch. April bleibt April. Erwartet hatte ich etwas in Richtung Avril (im Rheinischen Platt gibt es die Variante Aprel/l).
Sein alter deutsche Name war Ostermond, etwas seltener auch Grasmond oder Launing. Da Ostermaand aber so gar nicht nach Mädchenname klingt, bleibt es eben bei April. Für Li, einer Austauschstudentin aus China ist der Name auch so exotisch genug :)

 

Li Portrai April (c) Lomoherz

 

Li, als Inbegriff von jugendlicher Frische vor heruntergekommener Kulisse setzt die Reihe der Gegensätze auf den Bildern fort. Es war das erste Mal, dass ich den Portra 800 tatsächlich als Portraitfilm einsetzte. Bisher kam er bei mir hauptsächlich in der Natur vor (z.B. im Binzer Nebel). Wo es das Licht zuließ, belichtete ich den Portra eine Stufe über, was aber nicht den gleichen Effekt hat wie ein überbelichteter Portra 400, der dann zu Pastelltönen neigt. Trotzdem mag ich den 800er auch als Portraitfilm sehr. Er ist feinkörniger als mancher 400er Film und sorgt für eine schöne und natürliche Farbsättigung bei den Hauttönen.
Man hat außerdem viel mehr Spielraum für Portraits im Innenbereich (mit dem Portra 400 auf 200 wäre ich hier wahrscheinlich nicht weit gekommen…), was ich auch nochmal unter Kunstlichtbedingungen ausprobieren will. Als Fotoperson bin ich allerdings auch im Innenraum für möglichst viel natürliches Licht, etwa seitlich durch ein Fenster strömend, durch ein Oberlicht o.ä.

Thank you, Li! :)

 

Li Portrai April (c) Lomoherz

 

++++++

 

Alle Bilder wurden mit einer analogen Film-Kamera aufgenommen. Kein Photoshop (bis auf die Titelbild)er, keine Filter oder sonstiges.
Einfach pure Film-Fotografie.

Kamera: Canon EOS 3000N

Film: Kodak Portra 800 (gesponsert von Kodak Alaris – lieben Dank!)

Entwicklung & Scan: Mein Film Lab

Alle Bilder werden in geringer Auflösung gezeigt. 

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
Schön, dass Du da bist!
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3 Comments
  • Zeitlauf
    Posted at 23:20h, 30 April Antworten

    Hi Conny
    Eine schöne Serie hast du da gezaubert! Lost places haben auf mich auch immer eine sehr anziehende Wirkung ;) als Portraitkulisse ist sowas überhaupt super. Ich mag die Portra total gerne, der 400er ist ja sowas wie mein standard Portraitfilm geworden…
    Schöne Grüße aus wien Peter

    • Lomoherz
      Posted at 16:27h, 21 Mai Antworten

      Moin Peter aus Wien!
      Ganz herzlichen Dank für deinen tollen Kommentar! Die Serie ist eine Art Spiel- und Lernwiese für mich, da ich noch ein Backfisch in der Portraitfotografie bin, aber es macht unheimlichen Spaß.
      Das war übrigens mein erster Lost Place (zumindest bewusst und fotografisch) – weitere Bilder daraus folgen noch, auch mit ein oder zwei Anekdoten :)
      Viele Grüße von der Ostsee,
      Conny

      • Zeitlauf
        Posted at 20:09h, 21 Mai Antworten

        Na da bin ich mal gespannt :-) . Ich war ja früher sehr ausgiebig auf Erkundungstouren… aber irgendwie ist das durch den Urbex Hype zumindest im städtischen Bereich alles ein wenig riskanter geworden. Viele Objekte sind heutzutage schon Überwachungskameras und Wachdiensten gesichert :-( .

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