Der Saal-Digital Fotobuch-Test*

Der Saal-Digital Fotobuch-Test*

Letzte Woche war es endlich so weit: Wir schnallten uns die Kapitäns- und Skippermützen um, holten die blau-weiß-gestreiften Klamotten aus dem Schrank und stachen mit dem Fernrohr am Glasauge in die ungestüme See!

… so oder so ähnlich stießen wir uns Ende Juni mit der dicken Aida Prima vom Hamburger Kai ab ;)

Davor durfte ich allerdings noch ein Fotobuch vom High-Class-Anbieter Saal-Digital testen. Und wie hätte man sich die Vorfreude und Wartezeit besser versüßen können, als mit einem Bilderbuch Logbuch vergangener Seatrips?!

Von Saal hatte ich schon eine Menge Gutes gehört: dass sie qualitativ die besten Fotobücher machen, dass man den Unterschied zu den Drogeriefotobüchern deutlich fühlen kann und freute mich, mich selbst davon überzeugen zu dürfen. Sofern es denn überhaupt stimmte?Saal-Digital Fotobuch

Erfahrt in den folgenden Abschnitten alles zum Gestaltungsprozess, Verarbeitung und weiteren schwierigen Entscheidungen:

Was darf’s denn sein?

Das Fotobuch sollte einem Bilderband würdig sein und so entschied ich mich für den festen Einband mit mindestens 54 Seiten. Ich hatte noch keinen Plan, wie viele ich am Ende tatsächlich brauchen würde, aber mit Blick auf die 6 Häfen, die wir bisher angelaufen sind, klang das nach einer guten Nummer.
Da ich für mein letztes Fotobuch Querformat ausgewählt hatte, wollte ich es dieses Mal mit dem Hochformat probieren.

Ich überlegte kurz, ob ich mein eigenes Layout in InDesign anlegen und es dann komplett als PDF hochladen sollte (das geht nämlich auch, inkl. downloadbare Rahmenvorlage), lud dann aber aus Zeitgründen doch die Saal Design Software herunter, die mit einigen vorbereiteten Designs daherkommt.

Saal-Digital_Software

Saal-Digital Software

Und wie soll es ausschauen?

Dass Umschlag und Innenseiten wieder mattiert erstrahlen sollen, war schnell entschieden, ich bin einfach ein matt-Fan. Beim Layout war ich schon weniger sicher und tatsächlich verbrachte ich die meiste Zeit damit, verschiedene Designs auszuprobieren. Durch die knalligen Lomo-Farben war mir zwar klar, dass es ein klares und minimalistisches Layout sein soll, aber bis ich mich endlich für einen bestimmten Aufbau und Einteilung entschieden hatte, ja mei…
Auf den ersten Blick schaut es im Software-Menü gar nicht so aus, als gäbe es sonderlich viel Auswahl, aber hat man sich erst einmal ein Design-Paket heruntergeladen, öffnen sich unzählige „Unter-Layouts“, die man hauptsächlich danach ordnen kann, wie viele Bilder man auf einer Seite platzieren möchte.

Das Beste: Sobald man sich für ein Design entschieden hat, muss man es nicht durchgängig verwenden. Im Gegensatz zu anderen Fotobuchanbietern, wo die freien Gestaltungsmöglichkeiten limitiert oder die Layouts total unflexibel daherkommen, kann man bei Saal-Digital wirklich jede einzelne Form, Schrift, Muster, Bildhalter etc. neu platzieren, einfärben, von der Größe her anpassen, die Deckkraft verändern oder sich eben aus einem anderen Design bedienen. Super!Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (1)

Mein persönliches Highlight sind allerdings die Umschlagsinnenseiten, also jeweils die ersten und letzten beiden Seiten, die man ebenfalls (!) gestalten kann (bei anderen Anbietern eher selten möglich). Hierfür habe ich ein Wellenmuster herausgesucht, es eingefärbt und die Transparenz erhöht. Das sieht unglaublich schön aus wenn man es öffnet und stimmt sogleich ein maritimes Liedchen an.

 

Jetzt aber Butter bei die Fische

Als es dann endlich zum Einsatz der Fotos kam, ging alles ganz schnell. Die Platzhalter für die Bilder waren im ausgewählten Layout ja alle schon vorhanden, sodass ich sie nur noch herüberziehen brauchte. (Innerhalb der Software hat man wie sonst auch üblich Zugriff auf seine Bilder-Ordner.) Ordnen brauchte ich die vielen Seatrip-Bilder vorher nicht, da jedes Kapitel einem bestimmten Hafen gewidmet war. Nur in der Einleitung und dem Epilog, sozusagen, habe ich etwas herumprobiert.Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (1)
Fazit ist, dass sich meine „intensive“ Vorbereitung mit Blick auf das Design gelohnt hat. Sobald das Layout stand, ging alles recht fix und eine viertel Stunde später war ich so gut wie fertig.

Bevor ich auf Kaufen klickte, prüfte ich die Seiten noch ein letztes Mal auf Anordnung der Fotos (Bilder die den Blick des Betrachters nach links führen rechts anordnen, kein schweres Bild (z.B. ein Gebäude) über ein leichtes Bild (z.B. viel Himmel) legen etc.), setzte das Coverbild unzählige Male neu und achtete auf den freien Seiten darauf, dass Abstände und Platzierungen stimmen.

Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (1)Als Hilfestellung gibt es von der Software vertikale und horizontale Abstandslinien, ähnlich wie in InDesign und einen Anzeiger, wie oft man welches Bild bereits verwendet hat. Denn je mehr Bilder man einbringt, desto schneller verliert man den Überblick.

Und wie oft ich den sehr nützlichen Vorschau-Knopf gedrückt habe, will ich gar nicht wissen…

Das Ergebnis

Am Ende habe ich 125 Fotos auf insgesamt 58 Seiten untergebracht, habe ein letztes Mal die Vorschau geprüft und war gespannt wie Bolle. Das Buch im A4-Format kostete zuletzt 42,40€ + 3,95€ Versand. Drei Tage später (!) landete das fertige Buch bereits in meinem Briefkasten. Hätte es die Post nicht aus dem Süden in den hohen Norden tragen müssen, wäre es sicher schon in zwei Tagen dagewesen. Ich riss den Karton, die sichere Verpackung, die Polsterung auf und war schier begeistert! Es fühlt sich sooo schön an. Wie ein richtiger Bildband; dick und fest und schwer und sehr gut verarbeitet.Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (1)
Jedes Mal, wenn ich das Buch aus dem Regal nehme (wohin ich es erst nach 2 Wochen verbannen konnte, vielleicht nehme ich es auch als Coffee-Table-Buch), muss ich erstmal den Einband streicheln und kann es – wie beim ersten Mal – kaum erwarten die ersten Seiten zu sehen. Die sich übrigens ganz anders anfühlen, als die Seiten meiner bisherigen Fotobücher: griffig, fest, edel. Absolut deluxe, obwohl ich „nur“ das Standardpapier gewählt habe. Es gibt auch die Option „extra thick“, d.h. 600g/m² schweres Papier.

Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (7)

Meine Wünsche

Mit dem Service und der Software war ich sehr zufrieden. Auch ohne InDesign oder Photoshop-Erfahrung fuchst man sich denke ich sehr schnell rein.
Zuerst hatte es mich noch ein bisschen gestört, dass man die Bilder nicht direkt vom Desktop-Ordner ins Layout ziehen kann, aber dann hätte das mit der Übersicht, welche Bilder ich bereits verwendet habe, nicht geklappt, was ich am Ende sehr hilfreich fand.
Da ich viele Bilder über zwei Seiten angelegt habe, wäre es in der Fotobuch-Vorschau schön gewesen, die Buchmitte anzuzeigen, um zu schauen, ob das Bild dort funktioniert, oder ob man es weiter links oder rechts positionieren sollte. Im Endergebnis hat der Knick in der Mitte aber keine negative Auswirkungen auf das Fotobucherlebnis.

Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (1)

Kurz gesagt

Die Qualität ist großartig, sowohl die des Einbands als auch die Druckqualität. Das Fotopapier (Fuji) wirkt und fühlt sich sehr hochwertig an.

Man hat sehr viel Flexibilität bei der Gestaltung des Fotobuchs, die Software lässt sich einfach bedienen.

Es gibt keine nervige Eigenwerbung (= Logo) auf der letzten bzw. Rückseite.

Durch die Panorama-Bindung entsteht kein Versatz in der Buchmitte, es gibt keinen störenden Falz.

Wenn man in der Software die Seitenzahl verändert, bekommt man den aktuellen Endbetrag für das Fotobuch in Echtzeit angezeigt.

Es gibt keine automatische „Bildoptimierung“ die man erstmal finden und ausschalten muss.

Es gibt viele gute Hinweise während der Gestaltung. Neben den klassischen „Bildqualität sehr gut/gut/nicht ausreichend“ gibt es auch Hinweise wie „Umschlag in matt ausgewählt – dunkle Titelbilder vermeiden“

Ich liebe mein Seatrip-Logbuch.

Saal-Digital Fotobuch (c) Lomoherz (6)

* Für das Fotobuch erhielt ich einen im Vornherein festgelegten Gutschein von Saal-Digital – vielen Dank dafür! Buch und Meinung habe ich selbst zusammengestellt.

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
Schön, dass Du da bist!
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3 Comments
  • Thomas
    Posted at 15:06h, 10 Juli Antworten

    Hi,

    vielen herzlichen Dank für diesen Artikel. Lange schon habe ich auf einen Erfahrungsbericht mit der Firma Saal Digital gewartet und ihn nun bekommen.

    Es freut mich, dass Dir das Ergebnis so viel Freude bereitet. Da werde ich mir nun das Angebot von Saal Digital auch etwas näher ansehen und ein Buch für mich erstellen.

    Freue mich auf die kommenden Artikel von Dir. :)

    Liebe Grüße,
    Thomas

    • Lomoherz
      Posted at 09:36h, 11 Juli Antworten

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass dir der Erfahrungsbericht entgegenkommt. Von meinen ganzen Fotobüchern sticht dieses wirklich hervor, du wirst es nicht bereuen.
      Auf der Seite http://www.saal-digital.de/fotobuch gibt es übrigens auch einen 15€ Willkommensgutschein auf das erste Fotobuch (falls du ihn nicht schon entdeckt hast;)
      Viel Spaß beim Erstellen!

      Liebe Grüße und bis bald,
      Conny

  • Fotobuch Test: Saal Digital - Reiseblog - delightful SPOTS
    Posted at 14:56h, 17 Februar Antworten

    […] zeigt euch auf Lomoherz in ihrem Fotobuch Test, welch tolles Projekt mit etwas mehr Kreativität entstehen kann. Eine […]

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