{:de}Brügge sehen und … sich wie im Märchen fühlen?{:}{:en}In Bruges{:}

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Quick Facts

Niederländisch: Brugge

Französisch: Bruges

Hauptstadt und größte Stadt der Provinz Westflandern

Staat: Belgien

Region: Flandern

Koordinaten: 51° 13′ N, 3° 13′ O

Einwohner: 118.053

Website: www.brugge.be

Ich gebe zu: Auf Brügge war ich nicht vorbereitet. Meine Vorfreude und Kameraplanung galten Bath und den beiden liebreizenden Küstenstädten in Frankreich, zu denen tolle Sachen in meinem Reisebuch standen. Außerdem hatte ich von Brügge noch nie etwas gehört. Das musste doch etwas heißen?
Aber kaum stand ich auf dem Marktplatz, dem Grote Markt, schon hatte ich beinahe einen ganzen Film verknipst. Nur wie … ?

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Brügge ist ein einziger verrückter bunter Haufen. Während sich in Amsterdam, Honfleur und Bath noch alles schön verteilt hat, ist diese Stadt wie ein Wimmelbild. Ich bin mir sicher, dass es genau so aussehen würde, wenn man von oben auf das Zentrum hinabschauen würde. Unzählige Kutschfahrten schlängeln sich durch die engen Gassen, Wassertaxis und Grachtenboote ziehen ihre Kreise um die Stadt und dann ist auch noch Markttag, Menschen überall. Sicherlich kein Zufall, heute am Kreuzfahrt-Tag.

Brügge ist schrecklich touristy. Vielleicht auch nur jeden Mittwoch, wenn alle Kähne in Zeebrügge andocken. Aber die Touristenmassen weichen schnell den charmanten Plätzen und Wasserstraßen, den stolzen alten Häusern.
Mit wechselnden Kameras vor der Nase, rempele ich Belgier und Besucher an, weiche stolzen Pferden im ¾ Takt aus und ständig fällt mir die Sonnenbrille vom Kopf.

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Brügge ist beklemmend lecker. Wir sind noch keine Stunde hier und schon haben wir uns berühmte belgische Biere hinter die Binde gekippt. Die Deutschen wieder. Dass das Bier hier 3 x so viel Umdrehungen hat, merkt man schnell. 1-2 Gläser reichen bei dieser Sommerwärme (leider) völlig aus. Ein großes kühles Blondes und zweimal Kirschbier, bitte.
Dann kommen die Frietjes, das Nationalgericht mit verschiedenen Saucen, schließlich stammen die Fritten aus Belgien. Und später – natürlich – belgischer Nougat. Oh Gott. Zum Dahinschmelzen!

Brügge ist furchtbar schön. Meine Güte. Noch ein bisschen mehr Romantik und ich hätte mir Marmeladenkleckse und Leberfleck ins Gesicht geschmiert. Die gesamte Architektur haut mich um. Der Krieg hat hier keine Spuren hinterlassen, alles ist Original. Zumindest nach außen hin scheint auf den ersten Blick alles wahnsinnig bilderbuchartig. Ein Gotikkasten klebt an dem anderen, überall liegt Kopfsteinpflaster aus und charmante Brücken, Trauerweiden und Verschnörkeltes legen sich wie ein van Dyck Gemälde vor die Füße. Wtf.

In Brügge gibt es verdammt nochmal noch echte Handarbeit. Natürlich. Als wäre die pittoreske Filmkulisse nicht schon genug, stellen einen Markt weiter Künstler und feine Handwerker ihre kleinen Wunder aus. Von Keramik über Webteppiche bis hin zu Drechslerarbeiten.

Und: In Brügge habe ich es wirklich übertrieben. Nicht eine, nicht zwei, nein 4 Kameras habe ich im Rucksack, um den Hals, an den Fingern. Ugh. Aus diesem Grund musste wahrscheinlich die Spinner dieses Mal auf dem Schiff bleiben, so etwas Dummes. Und natürlich waren alle Kameras mit wild ausgesuchten Filmen bestückt, die überhaupt nicht zusammen passen. Als hätte ich intuitiv gewusst, was für ein quirliges Stück Arbeit Brügge ist. Wenn ich alle meine Bilder zusammenlegen würde, hätte ich ebenfalls ein riesiges und rauschend buntes Wimmelbild. Halleluja!

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Brügge ist steingewordene Geschichte. Wäre Brügge ein Märchen, wäre es ganz sicher Dornröschen. Nachdem die Stadt von der Nordsee abgeschnitten wurde, herrschte jahrhundertelang Stillstand innerhalb der Stadtmauern. Wirtschaftlich unbedeutend, gelang es in die Hände von Spanien, Frankreich und den Niederlanden bis es um 1830 – zusammen mit der Provinz Flandern – Teil des neuen Königreichs Belgien wurde. Über drei Jahrhunderte waren vergangen in denen die Stadt in einen Dornröschenschlaf verfiel. Auch an der aufkommenden Industrialisierung nahm Brügge nicht teil.

Heute ist jener Stillstand ein Segen für den städtischen Tourismus, der dank des sehr gut erhaltenen und unverbauten mittelalterlichen Stadtkerns und der unzähligen historischen Gebäude hohe Wellen schlägt. Und mit dem zugehörigen Seehafen Zeebrügge erlangte die Stadt zusätzlich wirtschaftliche Perspektiven.

Must See

Der Grote Markt – Der große (unübersehbare) Marktplatz im Zentrum.

Der Belfried – Belfried darf mit seinen 83 m noch heute von keinem neuen Gebäude überragt werden.

Der Burgplatz – Herrlich kitschig schön. Auch wenn die Burg fehlt.

De Halve Maan – Die älteste Stadtbrauerei mit vielen Bierspezialitäten und Biermuseum.

Die Brügger Reien – Brügges Kanäle wurden nach dem Fluss Reie benannt, der früher durch die Stadt floss.

Der Rozenhoedkaai – Immer am Wasser entlang: romantisch und sehr fotogen.

Die Heilig-Blut-Basilika – Das älteste Gebäude (neo-klassizistisch) hält eine Ampulle mit dem Blut Christi in seinen Gemäuern.

Der Beginenhof – Das Dorf in der Stadt.

Der Provinciaal Hof – Regierungssitz und ein neogotisches Kunstwerk

Die Windmühlen am Stadttor Kruispoort – Wo gibt es schon so etwas?!

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Ich entschuldige mich an dieser Stelle für die teilweise groben Ausrufe oder weniger schmeichelnden Adjektive. Ich musste sie einbauen, denn mit jeder anderen Haltung wäre dieser Bericht zu einem Kitschberg mit Zuckerguss verkommen.

Meine Fresse, ist diese Stadt schön! Große Brügge-Liebe hier!

***

Weiter geht es auf unserem Seatrip in Richtung Amsterdam! Alle Stationen im Überblick gibt es wie immer hier. Aber Amsterdam…diese Stadt war nochmal etwas anderes. Seid gespannt.

Ahoi!


Alle Bilder wurden analog mit verschiedenen Lomo Kameras auf Film aufgenommen. Kein Photoshop (bis auf das Titelbild), keine Filter oder sonstiges.
Einfach pure, kreative Film-Fotografie.

Kameras & Filme: Teil 1: Lubitel 166+ (LomoChrome Purple), Teil 2: LC-A (Fuji T64, abgelaufen, +1 Push), Teil 3: Horizon Perfekt (Lomography X-Pro 200)

Filme: s. oben. Der Farbnegativfilm LomoChrome Purple wurde normal, die beiden Diafilme wurden cross-entwickelt (X-Pro).

Entwicklung & Scan: LomoLab

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Quick Facts

Dutch: Brugge

French: Bruges

Capital and biggest town of the West Flanders province

Country: Belgium

Region: Flanders

Coordinates: 51° 13′ N, 3° 13′ O

Population: 118.053

Website: www.brugge.be

Ok, I’ll admit it right away: I wasn’t prepared for Bruges. All the thrill and camera planning for our Seatrip went right into Bath and those lovely coastal cities in France. I read lots stuff about them in my travel books and had never even heard about Bruges before. This had to mean something, right?

However, by the time I arrived at Bruges’ town square, the Grote Markt, I had already shot away nearly a whole roll of film. But how on earth was this possible?

 

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Bruges is a mad crowd. Everything seemed to follow a neat order in the other cities – Honfleur, Deauville and especially in Bath. Compared to them, Bruges feels like a wimmelpicture on that particular day. I’m pretty sure that it would look exactly like that when you climb up the Belfried and look down on the city. Countless coach rides weave through narrow alleys and water taxis and canal boats circle the historic quarters. Lots of open market stalls are here today as well and there are people everywhere. (Probably not a coincidence on cruise day?)

Bruges is shockingly touristy. Perhaps only on Wednesdays when all those big cruise ships are docking at the port of Zeebrugge (Why is Zeebrugge not called Seabruges in English? That would be lovely;). And from there it is only a stone’s throw to the great Bruges. However, the hordes of people soon yield to the many charming places and water canals, the proud old houses.

And what a view! With various cameras dangling around my neck, I accidentally bump into Belgians and visitors alike, dodge gracefully adorned horses and try to keep my sunglasses from falling off my head. Have … to take … another … picture. Now.

 

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Bruges is damned tasty. We’ve only been here for an hour and have already knocked back a few of those famous Belgian beers. Those bloody Germans. However, we soon realize that Belgian beer has a bit more … bite to it, if you know what I mean ;) One or two glasses of the good stuff are quite sufficient, thank you very much. So let’s have another pint of lager and two Krieks, a grand cherry beer.

With our beer bellies full we walk across the square to one of the street food caravans and treat ourselves to a large helping of Frietjes, the national dish, since the Belgians claim to have invented the French Fries. Who needs ketchup or mayo or fry sauce on them though – the real Belgian Fries come with a glorious selection of all kinds of sauces!

And much later – of course – we have to have some Belgian nougat. Yes, let that piece of heaven melt right on the tip of your tongue!

 

Bruges is awfully pretty. Good grief. A bit more of that architectural romance and I could draw a beauty spot on my cheek and fold out a bobbing fan. Seriously. I have never seen such an unmarred townscape from centuries past. It seems like nearly every house, every façade and fountain is the real thing, original, perhaps just a bit polished or refurbished.

Walk in circles around this town and feel like you’re part of a picture book. One Gothic building is set neatly next to the other, cobblestone streets are everywhere on display and charming bridges, weeping willows und ornate twirls are laid at your feet.

 

You can find an obscene amount of traditional handicraft in Bruges. Of course. As if the picturesque medieval scenery wouldn’t be enough.
We happen upon another, though smaller market square, where artists and craftspeople show and sell their wonderful work: pottery, woven carpets, woodwork and more.

And: I really overdid it in Bruges. Not one, not two, no, I have all but 4 (!) cameras in my bag, around my neck, in my hands. Ugh. That’s probably the reason why the awesome Spinner camera had to be left behind today, what a loss. And of course, I put in all those different films that don’t even match. As if I had intuitively known what a feisty piece of work Bruges will turn out to be.
Fact is: If I were to put all my pictures together, I would probably have my very own colourful and bubbly wimmelpicture. Hallelujah!

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Bruge is history incarnate. If Bruges were a fairy tale, it would most certainly be Sleeping Beauty.
After the city got cut off from the open sea, its economy and progression stagnated. For about 300 years. The city was handed to Spain, later to France and the Netherlands until it became part of the new kingdom Belgium in 1830. Yet Bruges still did not really wake from its deep slumber as it did not take part in the upcoming industrialization either. Fortunately, it stayed untouched by the wars as well.

Today, I imagine that this kind of stillstand is a blessing for the town’s marketing and tourism office, which may draw on the very well-preserved and unspoilt medieval town centre as well as the manifold historical buldings and monuments. With the annexed sea port of Zeebrugge, Bruges furthermore gained economic perspectives.

Must See

Grote Markt – The big (unmissable) town square right at the centre.

Belfried – The 83 m long belfry may still not be dominated by any other building – new or old.

Castle Square – Delightfully and tawdrily pretty. Even if the castle is missing.

De Halve Maan – The oldest brewery in town with many specialities and a museum.

Reien of Bruges – The town’s canals were named after the river Reie which used to flow through Bruges.

Rozenhoedkaai – Keep walking along the waterfront: very romantic and immensely photogenic.

Holy Blood Basilica – The oldest building (neo-classical) supposedly holds a vial of Christ’s blood within its walls.

Beguinage – The village within the city.

Provinciaal Square – Seat of government and neo-gothic masterpiece

Windmills near the town gate Kruispoort – Where are you going to find something like that?!

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At this point I’d like to offer my apologies for the sometimes crude pronouncements and less charming adjectives used in this blog post. I had to put them in, because otherwise, this travel report would have turned into a sugarcoated mountain of kitsch.

But: This city really is effing beautiful. Let me give you a big I heart Bruges from over here! Can’t wait for my next (and hopefully longer) stay.

***

Stay tuned for our next Seatrip leading us to Amsterdam! You’ll find an overview of our previous shore leaves here. Amsterdam, however….well, it was something else ;)

Ahoy!


All analog pictures taken on film with Lomo cameras. No Photoshop (except for the title picture), digital filters or anything, just pure and creative film photography.

Cameras & Films: Part 1: Lubitel 166+ (LomoChrome Purple), part 2: LC-A (Fuji T64, expired, +1 Push), part 3: Horizon Perfekt (Lomography X-Pro 200)

Dev & Scan: LomoLab

All photographs are displayed in a low resolution.

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13 Comments
  • Kerstin
    Posted at 18:52h, 25 August Antworten

    Klasse Fotos :) <3

    • Kerstin
      Posted at 19:16h, 25 August Antworten

      Gern geschehen :)

    • Lomoherz
      Posted at 18:55h, 06 September Antworten

      Dankeschön, Kerstin!

  • Annä
    Posted at 19:26h, 25 August Antworten

    Brügge sehen und sterben! Klasse Film!

  • Annä
    Posted at 19:26h, 25 August Antworten

    Ach und klasse Bilder ☺️

  • Sonja
    Posted at 20:58h, 25 August Antworten

    Juchu noch 2 Wochen

  • Dani
    Posted at 04:48h, 26 August Antworten

    Tolle Bilder Conny! Erinnert mich alles sehr an Nijmegen, Hollands älteste Stadt, bloß dass es da keine Kutschen gibt.

    • Julia
      Posted at 05:34h, 26 August Antworten

      Brügge ist so unglaublich schön, ich war vollkommen schockverliebt, als ich letztes Jahr das erste Mal da war

      • Lomoherz
        Posted at 18:41h, 06 September Antworten

        Ich glaube schockverliebt trifft es echt am besten!! Mir ging es jedenfalls genauso ;)

    • Lomoherz
      Posted at 18:42h, 06 September Antworten

      Ach cool! In Holland hatte ich auch gerade jemanden kennengelernt, die aus Nijmegen kam. Musst ich an dich denken :)

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