In 7 Tagen durch Südtirol – ein LomoRoadtrip

Agfa Isola I, Velvia 100F, X-Pro

Prolog: Es geht lomolos!

Es ist soweit! Meine Lomo-Reise nach Südtirol könnt ihr genau hier mitverfolgen. Eine ganze Woche lang erzähle ich täglich aus meinem Reisetagebuch, denn genau so lange dauerte mein LomoRoadtrip durch Südtirol – 7 Tage. Jeder Tag war einer bestimmten Region gewidmet und auch wenn die Zeit manchmal etwas knapp gewesen ist, ich gerne an einem Ort (oder an allen) länger verweilt hätte, kann man sich tatsächlich in nur 7 Tagen einmal kreuz und quer durch Südtirol stehlen, vom „klaren“ Norden bis in den „mediterranen“ Süden, vom felsigen Osten zu den Obstbaumwiesen im Westen (kulinarische Variationen inklusive.)

Kommt ihr mit?

Tag 1: Nachtzug nach Bozen

Und dann war es endlich so weit.
Die weitentfernte Wirklichkeit dieser Reise löste sich in eine Erinnerung auf, die plötzlich vor mir lag. Ich steige in den Nachtzug und das Wagenlied der Bahn ist auch mein Wiegenlied. Von Hamburg nach München rauschen wir gen Süden. Die Abteile mit den dreistöckigen Betten sind eng, aber dafür flackern die vorbeiziehenden Lichter wie mattes Wetterleuchten hinter den Lidern. Im Halbschlaf nehme ich in München den Euro-Zug quer durch Österreich, über den Brenner bis nach Bozen.

Eine viertel Stunde nach meiner Ankunft stehe ich sogleich in einer Oase, inmitten von Bozen. Und es ist nicht die einzige. Die Stadt ist voller kleiner grüner Inseln, die sich in den Augenwinkel und hinter Sonnenbrillen verstecken.

LomoRoadtrip Südtirol Tag 1 BZ
LomoRoadtrip Südtirol Tag 2 (c) Lomoherz

Tag 2: Von A wie Österreich bis nach B wie Brixen

Am zweiten Tag geht es über einen kleinen Abstecher in Österreich weiter nach Brixen, eine Stadt wie aus einer traumversunkenen Märchenkulisse!

Zwischen den Lauben verstecken sich einige Bars und ich gehe noch auf etwas G’spritztes hinein. Ich mache ein paar Bilder im Regen, baue mein Stativ am Domplatz auf und stelle mich in der Albuingasse unter. Einige Einwohner und Touristen wünschen einen guten Abend oder laufen mit der Jacke über den Kopf knapp an mir vorbei, einige bitten um einem kurzen Blick auf mein Kamera-Display…das es nicht gibt. Sie zucken mit den Schultern, lachen und machen sich wieder auf den Weg – nach Hause, ins Hotel, in die nächste Bar.

Tag 3: Ostwärts

Reisefertig geht es am dritten Vormittag weiter ins Gadertal. Kurz hinter Bruneck ändert sich die Aussicht auf einmal dramatisch. Waren die Berge rund um den Kronplatz eben noch samten und grün, lugen nun die Anfänge der Dolomiten bleich und scharfkantig hervor. Die Dolomiten sind anders, so anders als „normale“ Bergketten. Auf den ersten Blick kalt und biestig sind sie doch in ihrer Schroffheit vollkommen und in ihrer Vollkommenheit einmalig. Und auch irgendwie schön, faszinierend sowieso.

Und als ich oberhalb von Abtei die Autotür zuschlage, öffnet sich endlich das Bilderbuch, das ich zu Hause in meiner Fantasie schon längst aufgeschlagen hatte. Hier oben gibt sich Südtirol endlich meinen Erwartungen hin.

Tag 3
Tag 4 - Abschied vom Gadertal, über den Karer See, hinein nach Meran!

Tag 4: Pack die Badekappe ein – es geht nach Meran!

Vom Gadertal geht es über den Jaufenpass hinein ins Meraner Land. Und dann, ein paar Meter vor Meran selbst, verwandelt sich das Immergrün der Wälder in knackende Palmenbäume und die klare blaue Luft deckt sich mit klebrigem Sonnenflimmern. Das Ortseingangsschild passierend stehe ich zum ersten Mal im Stau – es gibt ihn tatsächlich, Stau in Südtirol.

Mittelalterliche Lauben zieren die hübsche Altstadt, aber einige Gebäude sind von anderem Stil, Jugendstil – dekorativ und filigran. Meran stellt sich zur Schau, genießt und will bewundert werden. In keiner anderen Stadt lässt es sich schöner flanieren – bei gefälligem Wetter auf der Winterpromenade oder im grünen Schatten der gegenüberliegenden Sommerpromenade.

Tag 5: Im Westen Land unter

Über das Dorf Tirol geht es in die Obstregion Vinschgau bis hin zum Drei-Länder-Eck Italien, Österreich und Schweiz. Hier steht auch der berühmte Kirchturm von Altgraun – unter Wasser.

Westwärts: Das Vinschgau kommt mir etwas weitläufiger vor, weniger bewaldet und man reist hier mehr durch Obst- und Weinanbau, als durch die Berge (die natürlich trotzdem am Rande stehen, darunter auch der Ortler, der Höchste von allen). Wenn man genauer hinschaut, entdeckt man zwischen den vielen Apfelplantagen sogar Marillen- und Beeren-‚Felder‘. Und vielleicht sogar das ein oder andere Apfelblütenfest im Regen.

LomoRoadtrip Südtirol Tag 5 (c) Lomoherz
Zurück in Bozen

Tag 6: Der Apfel im Papier

Zu meinen liebsten Kindheitserinnerungen zählt das Bild meiner Großmutter, wie sie am knarrenden Küchentisch der 60er Jahre sitzt und einen riesigen Boskop Apfel schält, ohne das Obstmesser auch nur einmal zwischendurch abzusetzen. Manchmal aßen wir die lange „Appelpelle“ trotzdem, manchmal flog sie zusammen mit den Kartoffelschalen auf den Kompost. Und Südtirol macht daraus „CartaMela“ – Apfelpapier.

Aber wie gelangt Südtirols Exportschlager – der Apfel – eigentlich ins Papier? Hannes Parth vom Südtiroler Unternehmen Frumat erklärt es mir – und bringt damit Apfelbäckchen zum Glühen.

Tag 7: Süd-Nord-Gefälle

Kur vor Schluss: Einen halben Tag habe ich heute noch und um aller Heimfahrtgedanken zu trotzen, fahre ich erst einmal in den Süden Südtirols.

Am Kalterer See angekommen, krempele die Hose hoch und reihe mich bei den Badegästen mit ein. Einfach ins Wasser waten geht an dieser Stelle erst einmal nicht, aber auf dem Steg sitzen und die Füße ins Wasser hängen lassen ist auch sehr schön.
Wobei der Kalterer See mit seinem Namen ein bisschen gestraft ist, wo er doch der wärmste Badesee der Alpen und der größte in ganz Südtirol ist. Warmerer See also.

LomoRoadtrip Südtirol Tag 7 (31)
kurz vor Kastelruth (Tag 4)

Bonusrunde

Willkommen zur Bonusrunde! Bevor ich mich aus Südtirol verabschiede, möchte ich euch noch ein letztes Projekt zeigen.

Der Arbeitstitel dazu war „… [hier Wort einfügen] gibt es in Südtirol nicht!“. Aber das klingt schockierender als es tatsächlich ist. Es ist einfach eine Liste, die ich vor meiner Reise aufstellte, bzw. die von Freunden aufgestellt wurde.
Ich wollte von ihnen wissen, was sie von oder in Südtirol nicht erwarten würden, eine umgekehrte Klischee-Liste sozusagen.

Ein Jahr später: Südtirol im Lookbook

Ein Jahr ist es her, seit ich den Südtirol Medienpreis überreicht bekam. Wie aufgeregt ich war!
All die schönen Erinnerungen sind geblieben und daraus entstanden ist mein erstes kleines Lookbook.

Südtirol…ist wohl immer eine Reise und eine Erinnerung wert

Südtirol Lookbook

Südtirol im Ohr

Eine kleine Liedauswahl für den Roadtrip – handgemacht in Südtirol:

„Leg di her“ von Max von Milland

“Jetzt oder nie”  von Mainfelt

„A Te“ von Ganes

„Südtirol“ von Dominik Plangger

Absinth von Opas Diandl

„Huamkemmen“ von Vino Rosso

„Leg di her“ nochmal Max von Milland, dieses Mal im Live-Duett mit Ina Müller

18 Comments

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