Ghostshots – All Hallows‘ Eve

Ghostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) Lomoherz

Ghostshots – All Hallows‘ Eve

 

Ghostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) Lomoherz

 

„Ghosts are real. This much, I know.

There are things that tie them to a place, very much like they do us. Some remain tethered to a patch of land. A time and date. The spilling of blood. A terrible crime. But there are others. Others that hold onto an emotion. A drive. Loss. Revenge. Or love. Those, they never go away.“

(Edith Cushing in Crimson Peak)

 

Ghostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) LomoherzGhostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) Lomoherz

 

Vermisst ihr bei all den Zombieserien und Vampirverfilmungen nicht auch die Geistergeschichten, bei denen sich die Nackenhaare in Zeitlupe aufstellen und euch nachts nicht alleine einschlafen lassen? Erzählungen von einsamen spukenden Gespenstern, Parallelwelten und zwielichtige Fotografien, die den Umriss einer weißen Frau erkennen lassen. Bei Kerzenlicht gesponnen und immer mit einem Schlag Romantik ausgeschmückt: Die Magd, die man in der Neumondnacht auf dem Dachboden weinen hört, weil sie seit 300 Jahren an einem gebrochenen Herzen leidet, der tyrannische Ehemann, der nun kopflos durch die Gänge wandelt oder die Familie, die noch gar nicht weiß, dass sie sich bereits im Jenseits befindet. Gruselig gut. Besonders an Halloween, oder All Hallows‘ Eve – der Abend vor Allerheiligen -, wovon sich der Name ursprünglich ableitet.
Und dies ist mein Beitrag dazu :)

 

Ghostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) LomoherzGhostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) Lomoherz

 

Die Bilder wurden alle als Ghostshots aufgenommen, diese besondere Form der Doppelbelichtung. 

Man nimmt eine Szene zweimal auf, aber nur einmal mit dem Modell. Analog funktionieren Ghostshots mit Kameras, mit denen man ein zweites Mal auslösen kann, ohne den Film vorher weiter transportieren zu müssen. Das funktioniert sehr gut mit den typischen Lomo-Kameras, aber auch einige klassische Modelle bieten die Möglichkeit, umgehend doppelt zu belichten. Der geisterhafte Effekt wird besonders hervorgehoben, wenn man dafür einen Schwarzweißfilm einlegt.

Die Herausforderung ist allerdings – wie man auch an den Bildern erkennt – die Kamera für beide Aufnahmen in der gleichen Position zu halten. Ich hatte die Kamera zwar auf ein Stativ gestellt und versucht, dessen Füße ein bisschen einzugraben, aber das kleinste Ruckeln oder Wackeln reicht schon, um den Effekt zu schmälern. Die ‚Hintergründe‘ passen dann nicht mehr ganz aufeinander und geben einen verwackelten Eindruck. Ich muss da also noch ein bisschen üben. Meine Revue 6×6 ist für Ghostshots aber auch nur bedingt geeignet, denn um sie für die 2. Aufnahme klar zu machen, bedarf es mehr als nur eines Knopfdrucks. Das war ziemlich viel Geruckel.

Am Ende ist es mein Modell Julia, die mit eleganter Haltung und den Kleidern aus einem anderen Jahrhundert diesem Ghostshot ein ganz besonderes Flair verleiht. Kleid, Mantel und Pellerine stammen aus ihrem Fundus. Es sind Originale aus der Gründerzeit und mit der Geschichte des Feodora-Schokoladen-Imperiums verbunden. Handarbeit, die 130 Jahren oder länger überdauert und immer noch wunderschön ausschaut.
Und wenn ihre Schuhe dann in der Zweifachbelichtung ‚verschwinden‘ oder die kahlen Bäume durch ihren Mantel hindurchlugen, scheint der All Hallows‘ Eve des 19. Jahrhunderts gar nicht so fremd …

 

Ghostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) LomoherzGhostshot Lomo analoge Doppelbelichtung (c) Lomoherz

 

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Alle Bilder wurden in Rambin auf Rügen mit einer analogen Film-Kamera aufgenommen. Kein Photoshop (bis auf das Titelbild), keine Filter oder sonstiges.
Einfach pure Film-Fotografie.

 

Model: Julia

Kamera: Revue 6×6 (Seagull)


Film: Ilford Delta 3200 (-1)

Entwicklung & Scan: Mein Film Lab

Alle Bilder werden in geringer Auflösung gezeigt.

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Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
Schön, dass Du da bist!
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7 Comments
  • Mörkrum
    Posted at 01:26h, 01 November Antworten

    Die Bilder sind so klasse geworden! Ich finde, dass sie trotz (oder wegen?) des nicht ganz passgenauen Hintergrundes sehr stimmig sind. Und der Delta 3200 war als Film sichtlich eine ausgezeichnete Wahl :)

    • Lomoherz
      Posted at 17:56h, 05 November Antworten

      Freut mich, dass sie dir gut gefallen, Martina! :D Ghostshots faszinieren mich und eigentlich müsste man damit öfter los, aber ich hab’s erst zweimal geschafft …
      Die Ilfords sind mir ehrlich gesagt manchmal etwas zu kontrastarm, aber generell schon sehr schön, ja. Den 3200er habe ich eine Stufe pullen lassen *pfeif.
      Bis bald!

  • Dani
    Posted at 06:49h, 01 November Antworten

    Die Bilder sind mega geworden Conny! <3

  • Paleica
    Posted at 08:23h, 02 November Antworten

    die bilder sind wunderschön <3

    • Lomoherz
      Posted at 17:51h, 05 November Antworten

      Ganz herzlichen Dank, das freut mich :)

  • Anne
    Posted at 19:20h, 10 November Antworten

    toll! das wollte ich doch auch schon längst mal machen, solche ghostshots… grüße aus südost!

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Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß die Supersampler-Kamera macht!…
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