Ein Buchladen zum Verlieben

Ein Buchladen zum Verlieben

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Heute mit…

Katarina Bivald:
Ein Buchladen zum Verlieben (2014)

 

Auf den Punkt gebracht:

„Verdammt, Mädel, kannst du mit deiner Zeit nichts Besseres anfangen als zu lesen?“ (S. 164)

Darum geht’s:

Wie eine Buchhandlung einen verschlafenen Ort wieder zum Leben erweckt. Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft. Die 65-jährige Amy aus Iowa und die 28-jährige Sara aus Schweden verbindet eines: Sie lieben Bücher – mehr noch als Menschen. Begeistert beschließt die just arbeitslos gewordene Sara, ihre Seelenverwandte zu besuchen. Als sie jedoch in Broken Wheel ankommt, ist Amy tot. Und Sara plötzlich mutterseelenallein. Mitten in der Einöde. Irgendwo in Iowa. Doch Sara lässt sich nicht unterkriegen und eröffnet mit Amys Büchersammlung einen Laden. Und sie erfindet neue Kategorien, um den verschlafenen Ort für Bücher zu begeistern: »Die verlässlichsten Autoren«, »Keine unnötigen Wörter«, »Für Freitagabende«, »Gemütliche Sonntage im Bett«. Ihre Empfehlungen sind so skurril und liebenswert wie die Einwohner selbst. Und allmählich beginnen die Menschen aus Broken Wheel tatsächlich zu lesen – während Sara erkennt, dass es noch etwas anderes im Leben gibt außer Büchern. [Klappentext]

Originaltitel:

„Läsarna i Broken Wheel rekommenderar“ (chihi)

Für:

Romantisch veranlagte Leseratten, die es als tiefe Beleidigung empfinden, wenn man sie wegen einer Banalität beim Lesen stört. Und mit Leseratten meine ich Büchernarren, denn in diesem Schinken werden einige (grandiose) Bücher mal beiläufig mal vielseitig erwähnt.

Von:

Katarina Bivald, einer schwedischen Buchhändlerin turned Autorin, die mit ihrem Erstlingswerk immer noch einen Überraschungserfolg feiert, denn mittlerweile wurde er in 16 Ländern veröffentlicht. Statt mit Mann, Kind und Hund wohnt sie zusammen mit ihrer Schwester und unzähligen Bücherregalen in Stockholm und weiß selbst nicht so genau, was sie eigentlich lieber mag: Menschen oder Bücher.
Sehr sympathisch.

Ein_Buchladen_zum_Verlieben_CoverEbenfalls mit dabei:

Der btb Verlag.

Kulisse im Buch:

Das Buch spielt in einer verfallenden US-Kleinstadt mit dem bezeichnenden Namen Broken Wheel unweit des Städtchens Hope in Iowa. Lustigerweise war die Autorin selbst noch nie in den USA.

Kulisse daheim:

Nach einigem Ausprobieren war der beste Leseort für dieses Buch mein Bett. Die Mischung aus kuriosem Geplänkel und Schmunzeln war ein guter Gedanke kurz vorm Einschlafen.

So fing es an:

In einem Buchladen habe ich mich in dieses Buch verliebt: Es lag aus, ich nahm es hoch und war sofort von Konzept und Idee und dem ersten Satz begeistert. (1. Satz = ganz wichtig) Es war auch ein bisschen der Ideengeber für Lomoherz liest.

So fühlt es sich an:

Das Buch in meinem Regal ist ein Hardcover mit schönem Umschlag, 448 Seiten.

Ich mag:

Sara, die Hauptperson in diesem Buch. Sara ist 28 und irgendwie anders. Sie bevorzugt die Gesellschaft von Büchern über die von Schnackern und setzt sich mal eben ins Ausland ab. Mehr Identifikation ging vorerst nicht.

Den Plot. Auch wenn der Buchklappentext ein klein wenig irreführend ist. (Viel mehr Buch-Kategorien als die obenerwähnten gibt es z.B. gar nicht, obwohl ich zunächst annahm, dass sich darauf die Wandlung der Gemeinde aufbaut. Denn die hat sich das Wir-lesen-hier-keine-Bücher quasi auf ihre Fahne geschrieben.)

Die Gewöhnungsbedürftigkeit dieses Buches. Es ist genau das, was mir an diesem Buch gefällt.

Den Gedanken, dass man die ganze Zeit weiß, dass so eine Geschichte im wirklichen Leben niemals stattfinden könnte, kurz bevor man dann doch leichte Zweifel bekommt.

Die Mischung aus Vorhersehbarkeit und Überraschung.

Die Personen in diesem Buch. Sie sind herrlich skurril gezeichnet, jeder für sich und sie alle haben etwas schier Liebenswertes an sich. Auch wenn die Autorin keine Namen nennen würde, wüsste man sofort, welcher Charakter gerade am Zug ist.

Die Gedanken, fast schon Weisheiten, die an einigen Stellen immer wieder überraschen. Zumindest haben sie mich überrascht, denn zwischendurch musste ich Sara oder Amy im Geiste immer wieder mit einem „Ja. Ja, Mann!“ zustimmen.

Das Amerika, das die Autorin in diesem Buch beschreibt. Denn es entspricht nicht dem Klischee einer idyllischen Kleinstadt.

Die höchst unterschiedlich ausfallenden externen Kritiken – von 1 bis 5 Sterne ist alles dabei. Das spiegelt dieses Buch eigentlich schon ganz gut wieder.

Ich mag nicht so sehr:

Ein, zwei Längen hat das Buch schon, obwohl ich jetzt nicht mehr genau sagen könnte, wo.

Ein paar Randkonflikte wurden vielleicht zu einfach gelöst.

Der Erzählstil ist für dieses Buch genau richtig gewählt, nicht zu hochgestochen, aber auch nicht zu banal. Nach der Hälfte (ungefähr) droht die Autorin aber, dieses spezielle Niveau nicht halten zu können und driftet leicht in die Monotonie ab. Zum Ende hin berappelt sie sich aber wieder.

Cover:

Da wäre noch ein bisschen Luft nach oben, aber soweit ich das gesehen habe, haben sie das Original-Cover aus Schweden genommen. Auch eher selten.

Potenzial zum Film:

Damn it girl – yes!

Fazit:

Skurril und amüsant, ein bisschen weltfremd mit wunderbar gezeichneten Charakteren – genau mein Buch.

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Lomoherz

Moin! Ich bin Conny, Lomography-Mädchen, Bloggerin und Weltenbummlerin mit Flugangst.
Ich mag es, die Welt in Lomo-Farben zu tauchen und nebenbei neue Orte zu entdecken. In meinem Blog Lomoherz verbinde ich die Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie mit meinem ungebrochenen Fernweh. Ich mag das Gefühl von Weite, Storytelling und das Meer. Daheim arbeite ich im Marketing und als Webkonzepterin für Content und Design einzelner Websites.
Schön, dass Du da bist!
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4 Comments
  • Anonymous
    Posted at 08:35h, 13 Juli Antworten

    dein Buchtipp macht neugierig. Schöne Zeit.
    EVE

    • Lomoherz
      Posted at 13:25h, 27 August Antworten

      Wunderbar! Viel Spaß beim Neugierde befriedigen :)

  • kuhnographphotography
    Posted at 12:57h, 13 Juli Antworten

    Find ich auch, klingt irgendwie interessant. Und schreit nach ner Verfilmung… ;-)
    lg Markus

    • Lomoherz
      Posted at 13:24h, 27 August Antworten

      Ja, nicht? Gut, dass es schon bei der Vorstellung den Anschein macht. Auch beim Lesen hatte ich ständig „bewegte“ Bilder im Kopf ;)
      Viele Grüße!

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Vor jeder Reise stehe ich ungelogen vor der gleichen -…
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